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Erwin Schieder, Dichter, Träumer

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Erwin Schieder, Dichter, Traumer

Weihnachten
Erinnerungen und
nachdenkliche Geschichten

Der Christbaum -
Wunder aller Wunder

Mein Erstes Weihnachten -
Das Christkind Erscheiint

Weihnachten 1943 -
Kein Rinnendes Wasser,
aber eine Bassena



Gedichte
Sehnsucht,
Ewige Sehnsucht

 

Danke

Gerda Schieder, daughter -
for collecting her father's works

Thomas Übeleis, close friend -
for preparing the works
so they can be put on the web

Most, the thanks are for caring,
which has meant giving
Erwin's works the time and effort
needed so they could have a place
in the world.

This is a group effort, with each
doing what we are most able
to do, including me, Elsa,
at the end creating these pages.

 

 

 

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Weihnachts Geschichte

Der Christbaum, Wunder aller Wunder
Erinnerungen

Ach du lieber Gott, welche Aufregung. Der Christbaum.

Unser Christbaum wurde jedes Jahr am späten Nachmittag des Heiligen Abends am Küchentisch aufgestellt. Dabei wurde viel herumgedoktord, hier ein Ästchen eingebohrt, dort wurde ein anderes zurechtgebogen, nach rechts oder links nach oben und unten und so fort. Ganz zu schweigen von der Aufmerksamkeit, welche wir der Spitze des Baumes geschenkt haben.

Ja, ach du lieber Gott, welche Aufregung das war, wie heilig uns diese Handlungen erschienen sind. Das Christkind sollte ja seine rechte Freude mit unserem Bäumchen haben.

Nachdem das alles geschehen war, sind wir Kinder vor dem Baum gestanden und haben ‚O Tannenbaum’ gesungen und auch ‚Stille Nacht’.

In der Zwischenzeit ist es Abend geworden und so Zeit unser Nachtmahl zu essen und ins Bett zu gehen, denn so wie uns die Mama gelehrt hatte, kommt das Christkind nur, wenn wir alle fest schlafen.

Bei uns nämlich wurde der Christbaum vom Christkind aufgeputzt, auch die Kerzen wurden von Ihm angezündet und, wie überall sonst auch in der Welt, die Geschenke gebracht.

Um so circa neun oder zehn Uhr abends wurden wir Kinder mit dem Ausruf der Mama aufgeweckt: „Kinder kommt, kommt, wacht auf, das Christkind war da!"

Mit all den freudigen Erwartungen mit welchen wir ins Bett gegangen waren, hat es keine Sekunde gedauert bis wir aus dem Bett gesprungen und in die Küche gelaufen waren.

Und Wunder aller Wunder, welch göttlicher Gnade wir da jedes Jahr teilhaftig werden durften. Dieser Lichterglanz, ließ unsere sonst genug Licht spendende Petroleumlampe verblassen gerade so, als ob die gar nicht existiert hätte.

Diese heiligen Kerzen auf dem Gottgeweihten Baum!

Und neben diesen heiligen Lichtern, nein, diese waren nur der erste Höhepunkt dieses Wunders Gottes, gab es Kekse, in gefranstes Papier gewickelte Bonbons und Du lieber Gott fast immer auch Orangen, oder wenn der Vater gerade nicht zuviel vertrunken hatte, gar ihrer zwei für jeden von uns.

All das hatte uns das liebe Christkind gebracht und nicht nur so auf den Tisch gelegt, wie es jeder Sterbliche getan hätte, sondern schön aufgefädelt auf den Baum gehängt, wie es nur ein nur über alles liebendes, barmherziges Wesen tun konnte.


Da ich ein Kind der kalamitösen Zeit war sind natürlich die Orangen mit den Jahren weniger geworden oder ganz verschwunden. Auch die Bonbons in den gefransten Papieren wurden mit dem Fortschreiten des Krieges zuerst mit gevierteltem Würfelzucker und dann, als es auch diesen nicht mehr gab, mit Holzwürfeln, ersetzt. Die haben wir dann von Jahr zu Jahr aufgehoben. Doch aufgefädelte Kekse haben wir immer gehabt, wenn es mir auch ein Rätsel bleibt, wie unsere Mama das fertiggebracht hatte.

 

Obwohl es jeder Logik widerspricht bin ich noch heute - mehr als 50 Jahre später - davon überzeugt, daß die übermäßige Liebe einer Mutter und ihr unerschütterlicher Wunsch ihre Lieben zu schützen und zu ernähren irgendwie Wunder vollbringen kann. Etwa so, daß die Mehldose ganz einfach nicht leer wird unbeschadet wieviel ihr auch entnommen wird, wenn es darum geht, das Allernotwendigste für das Wohlbefinden ihrer Lieben damit herzustellen und ganz egal wie wenig alle fähig waren hineinzuschütten.

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